Die andere(n) Seite(n) Dominik Wlaznys - 2te „Ballade der Widersprüche“

 

Die erste stammt von  François VILLON, dem großen mittelalterlichen Chansonnier Frankreichs (1431-ca.1463) Dominik Wlazny alias Marco Pogo ist zwar ebenfalls, allerdings Punkrock-Sänger, und der Charakter seiner Widersprüche mehr prosaisch-materieller denn poetischer Natur. Auch der phantastische Roman  „Die andere Seite“ des österreichischen Malers und Schriftstellers Alfred KUBIN liefert eine auf Grund bisherigen Verlaufes denkbare Analogie: ein lockendes, logikbefreites Traumreich zerfällt binnen kurzem in völlige Wirrnis

 

Seit der Ankündigung am 30.April 2024, trotz nicht erreichter Selbstvorgaben bei Mitgliederzahlen und Wahlkampfbudget mit seiner Bierpartei bei der österreichischen Nationalratswahl am 29. September anzutreten, kocht der Hype um ihn wieder hoch, ebenso die Polarisierung. Umso mehr, als der ursprünglich studierte Mediziner trotz großspuriger Sprüche wie vom „Bock, anzupacken“ und wiederum „Eignungstest für Minister“ bis dato kein eigenständiges politisches Programm geliefert hat. Die Reaktionen auf ihn könnten unterschiedlicher nicht sein: Fans bedanken sich überschwänglich für seine alldonnerstäglichen „Red ma  drüber“s zu längst bekannten Themen - mittlerweile Folge 41. Gegner beschimpfen ihn nach wie vor wegen seiner Impfaktionen und seiner Bierwerbung. Als Punkrocker im lässigen Lochjeansoutfit punktet er bei vielen Jungen, mit Skurrilaktionen bei manchen Politikverdrossenen, während sein abgeschlossenes Medizinstudium und demonstrierte soziale Ambitionen dem Bedarf an Seriosität Rechnung tragen. (Bild 1) 

 

Eines scheint bei seiner Anhängerschaft wenig verbreitet: Seine Ansagen, Interviews und sonstigen Texte aufmerksam und vor allem verknüpfend zu lesen und daraus den roten Faden zu ziehen. Denn das Phänomen Dominik Wlazny samt Bierpartei zeigt - und das jenseits seines Akas Marco Pogo -  mehr Facetten als ‚Natur’-.und Kunstfigur. Und diese stehen in deutlichem Widerspruch zu seiner Wahlwerbung. Das in weit höherer Konzentration als bei etlichen anderen Politikern und bereits während der gerade laufenden Suche nach Mitgliedern und Förderern. Dabei geht es nicht um die Parteiausrichtung oder individuelle Skandale, sondern de facto um Falschinformation potentieller, besonders junger Wähler auf der ganzen Linie.

 

Die „Bierpartei“ wie profil.at am 03.06.24 als „Blackbox“ zu bezeichnen, erscheint allerdings als unverdiente Mystifizierung. Denn bei genauerem Hinsehen stellt sich bald heraus: Im Kern der Sache geht es, wie so oft, ganz banal um Geld, um Geltung, und um ein recht eigenartiges Vater-Sohn Gespann. In dem der Sohn, ungeachtet seiner forschen Rhetorik auf Bühne und im Internet (wo ihn niemand in eine klassische, sachbezogene Diskussion verwickeln kann) mit 37 Jahren als überdimensionaler, doch zugkräftiger Nesthocker unter Papas Fittichen auftritt. Ein gutes Beispiel sind die „Gschichtldrucker“-Kabarettvorstellungen - kaum eine,  die nicht vom argusäugigen Vater und der brav in den Pausen Turbobier-Merch feilbietenden Mutter begleitet wurde. Worüber sich sogar der Betreiber einer Innenstadtlocation, in welcher der Sohn gastierte, ziemlich verwundert zeigte.  Am deutlichsten stellt sich das Verhältnis - siehe nachstehend - allerdings in den Befugnissen dar, welche der Vater außer in der eigenen Firma nicht nur im Kunst- und Kommerzunternehmen sondern auch in der Partei seines Sohnes innehat.

 

 

Wie alles beginnt:

 

2014 stellr der Turnusarzt und nebenbei Punkrocker Dominik Wlazny fest, dass mit seinen Konzerten mehr Geld zu machen ist als mit Tag- und Nachtdiensten im Spital. Mit neugegründeter Band TURBOBIER und ab 2016 dem Kunst- und Merchandisevertrieb POGOS EMPIRE inklusive nach Band benannter eigener Biermarke,  tourt er als Marco Pogo durch diverse Länder in und außerhalb Europas. 2015 wird ein Song Anlass zur Gründung des Spaßprojektes „Bierpartei“. Nicht unbedingt neu, wie u. a. Jaroslav Hašek, Schöpfer des „braven Soldaten Schweijk“ vermeldet - mehrere osteuropäische Länder haben eine solche bereits im politischen Inventar. („Die nährende Milch der Politik“, Wolfgang Weisgram Wiener Zeitung, 24.09.2022). 2017 fällt dem damals 30jährigen die Gründung einer „Bieristischen Glaubensgemeinschaft“ ein - mit entsprechendem Bier-Brimborium  in Ritus und Satzung. Was Kirche und Gläubige teilweise empört, könnte allerdings auch, worauf das notorische Persiflieren christlicher Motive hindeutet, Anzeichen für eine unbewältigte religiöse Thematik in Verbindung mit unbewusster Auflehnung gegen eine überdominante Vaterfigur sein. Denn wer sich geistig selbständig für ein konfessionsfreies Leben entscheidet - glücklicherweise gibt es in Österreich keinen Religionszwang mehr - hat in der Regel keinen Bedarf daran, danach ständig wieder Inhalte aufzugreifen, von denen er/sie sich eigentlich verabschiedet hat. Doch vielleicht liegt beim Bierpriester von eigenen Weihen ein  ähnlicher Drang vor wie bei Freund und vorübergehendem Parteigenossen Niko Alm - dem bekennenden Pastafari mit dem religiös begründeten Nudelsieb-Hut auf seinem Führerscheinfoto.

 

In Spaßprojekt-Manier (via Plattencover, das Michael Häupl mit Irokesenfrisur und Stinkefinger zeigt) sucht Dominik Wlazny auch den Kontakt zum damaligen Bürgermeister - mit dem Erfolg. eines Treffens und dessen Plattencoverversion als Tattoo auf seinem linken Oberschenkel. Häupls Wahlkreuzerl geht 2022 dennoch an Alexander Van der Bellen… 

 

Der Ibiza-Skandal 2019 ist Anlass für einen allerdings erfolglosen Probelauf der Bierpartei bei vorgezogenen Nationalratswahlen.   Was zu diesem Zeitpunkt kaum jemand ahnt: Dominik Wlazny könnte mit dem Ibiza-Szenario bestens vertraut sein. Macht doch sein Vater - siehe nachstehend - bereits seit 2010 gute Geschäfte mit Europas Parade-Partymall, welche allem Anschein nach 2016, lange vor H.C.Strache  auch von der Band TURBOBIER besucht wurde - inkl. Werbung für Michael Wlaznys     Geschäft (Bild 2)

 

 

Mit Bier auf Wählerfang

 

Mit schäumendem Lockmittel (Bier-Rallye, Bierbrunnen-Versprechen) bringt es das Juxprojekt Bierpartei dann 2020 bei der Wiener Gemeinderatswahl auf 11 Mandate. Eines davon macht den Gründer zum Simmeringer Bezirksrat mit monatlichem Aufwandssalär von ca €400+. Als solcher verweist er bald stolz auf mehrere Hundert eingebrachter Anträge. Mit wenigen ernsthaften und einigen spaßbesetzten Ausnahmen („Safer Space“, „Schulen schulen“, „Bierbrunnen“, „Bedingungsloses Grundfassl“)  stellt sich jedoch das Gros als von Wlazny/Simmering initiierte und serienbriefartig an die Bezirke verschickte ‚außer Streit’-Peanutsanliegen wie Schnupfenboxen, Straßenbeleuchtungen und verbesserter Zugang zu bestimmten städtischen Webseiten heraus …  Als die Corona Pandemie das öffentliche Leben und somit auch Marco Pogos Konzerte weitgehend auf Eis legt, versucht sich dieser, der O-Ton, „Bücher hasst“, mit „Gschichtn“ (2021, Seifert) als autobiographischer Autor mit einer Mischung eigener Erlebnisse zwischen Medizin, Musik und Politik. Den Hochstrahl- zu einem Bierbrunnen umzufunktionieren, hat ihm der Magistrat zum Glück untersagt. Doch gerade noch rechtzeitig vor der heißen Phase des Bundespräsidentschaftswahlkampfes schafft er Ende Juni 2022 für 2 Tage das (genehmigte) Aufpflanzen eines solchen mobilen im Obeliskenformat. am Schwarzenbergplatz, wo er selbst ausschenkt. Etliche (Bier-) Wiener lassen sich die Hetz nicht entgehen, und Dominik Wlazny hat Bühne und Publikum für seine bewegende ‚Bierbrunnenrede’.  Kurzfristig scheint er zu einem der von ihm sonst eher ungeliebten Grünen zu werden, der als „Familienmensch“ den Erhalt des  „Planeten Erde“ beschwört: „Das Klima müssen wir ernst nehmen. Wir müssen endlich lernen, dass es nicht nur um uns Menschen geht, sondern auch um Tier- und Pflanzenwelt. Hopfen und Malz - Klima erhalt’s!“  (Bild  3)

 

 

„Sonst könnte ja jeder dahergelaufene Punk fürs höchste Amt kandidieren.“

 

Mit Corona-Impfaktionen noch während der Pandemie und Auftritten gegen Abschiebungen Minderjähriger im Vorfeld der Wahl setzt Mediziner Wlazny, wofür ihm die Meriten unbenommen seien, noch deutlich soziale Akzente. Die 6000 notwendigen Unterstützungserklärungen für seine Kandidatur schafft er sogar als Erster, wohl nicht zuletzt dank seiner Bekanntheit als Punkrocker. Zunehmend demonstriert er bemühte Seriosität und beantwortet die Frage, ob er nicht lieber unter seinem Künstlernamen kandidiere, mit den Worten des obigen Untertitels. Bei den öffentlichen Werbeauftritten gibt es kein Bier mehr, sondern Wasserfläschchen, wobei der Inhalt jedoch - mit unbekanntem ökologischem Fußabdruck - nicht aus Österreich, sondern aus Wales kommt …Mit eingängiger Rhetorik zählt er im Schlagzeilenmodus und eher auf lokale Ebene beschränkt, bekannte Probleme auf, ohne jedoch Einsicht in Ursachen und Zusammenhänge erkennen zu lassen. Dafür kündigt er für den Fall eines Wahlsieges vollmundig „Eignungstests für Minister“, die Schaffung eines „Zukunftsministeriums“, „breite Debatten“ und die Einbindung von allerdings anonym bleibenden „Experten“  an. Klare Angaben zu diesen Punkten, vornehmlich zu den Kriterien für den Ministereignungstest, sind ihm nicht zu entlocken -   was den befragenden ZIB2 Moderator Armin Wolf resignierend feststellen lässt: „Konkreter wird’s nimmer“   (Bild 4)

 

Als sich der Bundespräsidentschaftskandidat 2022 vor der Wahl mit Ex-Bundeskanzler Christian Kern trifft und diesen „als sehr integren Mann“ bezeichnet, mit dem er über Energie gesprochen habe, fragen sich etliche, ob er das politische Geschehen der letzten Jahre in Österreich nicht mitbekommen hat oder es ignoriert. Kern steht nicht nur wegen seines CETA-Umfallers (erst Ablehnung versprechen, dann doch zustimmen), sondern auch wegen seiner Gebührenreduktion für Fluggesellschaften ungeachtet der Umweltbelastung durch den (vor allem Kurzstrecken-) Flugverkehr, sowie seines ‚Sesselklebens’ am Job bei der russischen  Eisenbahn auch noch einige Zeit nach Beginn des Ukraine-Krieges mehrfach in scharfer Kritik. (Bild 5)

 

Schon  während des Wahlkampfes, in dem der Vater bei öffentlichen Auftritten bereits stets an seiner Seite ist,  deutlicher aber noch danach tun sich bei ihm weitere Ungereimtheiten  in aktuell durchaus sensiblen Bereichen auf - bei Umweltschutz und Genderthematik, ethischem Verständnis und Allgemeinwissen weichen seine Handlungsmuster z. T. nicht nur erheblich von seiner persönlich- wie parteilichen Eigenwerbung, sondern auch von den Parametern ab, welche man üblicherweise mit dem Status einer „moralisch-ethischen Richtschnur“ verbindet. - welchen er mehrfach explizit für sich reklamiert hat.

 

So stellt der Simmeringer Lokalpolitiker  als  Ex-Mediziner zwar den vorgenannten „Safer Space- Antrag für von Gewalt betroffene Frauen, nennt sich einen Feministen, beschwört in seiner ‚Bierbrunnenrede’ und via Personenkomitee den Schutz von Klima, Umwelt und Artenvielfalt und bekundet volksnahe Kommunikationsbereitschaft mit „Ich suche das Gespräch mit allen Menschen…“ Privat hingegen zeigt er seit vielen Jahren Gefallen an  sexistischen, vereinzelt sogar rassistischen Darstellungen, an umweltschädigenden Aluverpackungen wie Vaters Sexdrinkflascherln und seinen  Turbobier-Dosen, die Aneignung von Fremdtexten für Produkt- und Wahlwerbung, äußert sich abfällig über Tiere, verkauft Gefühls- und Wissensdefizite als Satire, und ‚mauert’ gegen alle diesbezüglichen sensiblen Fragen. Belegt werden die Diskrepanzen u. a. durch den Text seiner „Gschichtn“ Das reihum als „extrem lustig“ hochgelobte Büchlein (das kaum ein Journalist wirklich gelesen hat) offenbart nicht nur die besagten Mängel an Mitgefühl, Verantwortlichkeit und Allgemeinbildung, sondern ein für einen studierten Mediziner nahezu unwürdig negatives Verhältnis zu einem Großteil der Tierwelt. (Bild 6)    Einen ihm übermittelten kritischen, doch nicht beleidigenen Kommentar des VGT (Verein gegen Tierfabriken) zu diesen Textstellen beantwortet er auf recht eigenartige Weise: Für eines seiner fünf Tage später präsentierten Plakate der ersten Ausgabe zur Bundespräsidentenwahl klaut er sich von der Webseite des VGT eine Schlagzeile - ohne Anfrage, Dank oder gar Anstandsspende. Was ihn in Folge. etliche Stimmen der ursprünglich wegen seiner veganen Lebensweise mit ihm sympathisierenden VGT-Mitglieder kostet, ist jedoch vor allem die Weigerung, in einem vernünftigen Gespräch die Diskrepanz zwischen seinem angeblichen Eintreten für Tierschutz und seiner Tieraversion zu erklären (Bild 7)   

 

 

Pheromone kontra Radler

 

Der Auslöser dieses gesamten Verhaltenskomplexes  beginnt wohl vor rund 17 Jahren mit einem speziellen Erwerbszweig seines Vaters Michael Wlazny, in welchen der Sohn von Beginn an - zumindest ideell und digital - eingebunden  ist. Michael Wlazny lässt in Kooperation mit den Miteignern seiner Firma Yxaiio GmbH seit 2007 einen „aphrodisiakischen“ ‚Sexdrink’ herstellen (Yxaiio PHEROMONES oder auch Yxaiio®.) Als Lebensmittel deklariert, wird dieser als solches bereits ab Markteintritt irreführend, weil gesundheitsrelevant beworben. Er enthalte (vor allem als Sexuallockstoffe verstandene) Pheromone, aktiviere den Hypothalamus, steigere die Libido…Aus Sicht der Wissenschaft Fake-News, da menschliche Pheromone bis dato noch nicht einmal isoliert wurden, und somit weder behauptete Inhaltsstoffe noch Wirkungen festzustellen seien. Am Institut für Lebensmittelchemie an der BOKU Wien zeigt man sich deutlich erheitert über den dreisten Schmäh und die unbedarften Konsumenten, die ihn glauben. In Österreich wird der rote Saft daher wohlweislich nur online, über den  Sexartikelvertreiber GRUTINET hingegen in- und außerhalb Europas verkauft.  (Bild 8)

 

Vom Erzeuger bejubelt wird u. a. der Export ab 2010 nach Ibiza und in südamerikanische Länder wie Chile, Mexiko und Brasilien - es sind jene mit den höchsten Femizidzahlen weltweit.(Bild 9) Aber auch die Partyszene in China, Thailand, Albanien(!) oder Russland darf sich an der (alkoholfreien) Erotiklimo erfreuen. Werbebotschaft für Russland 2018, vier Jahre nach Annexion der Krim: „Make Russia great again“  Als Ergänzungsangebot gibt es Tshirts mit Pornomotiven - „FREEYOURLUST“ für deren Bewerbung schon mal das Foto einer chilenischen Antifemizid-Demonstration von maskierten Frauen mit nackten Oberkörpern herhalten muss. Die geschmacklose Aneignung bekommt je ein „Gefällt mir“ von Feminist Dominik Wlazny und Marco Pogo. (Bild 10)  MeToo dürfte allerdings an der optisch entsprechend ausgerichteten Facebookwerbung (unter Yxaiio.com) für Tshirts und Drink wenig Freude haben. (Bild 11)

 

Zudem ist dieser in Aluminiumfläschchen à 196ml mit langen Transportwegen, 10% Zucker und dem AZO-Farbstoff Allurarot, vor dem laut EU-Verordnung gewarnt werden muss, weder gesund noch umweltfreundlich. Die in 17 Jahren für zigtausende Fläschchen verbrauchten Tonnen an Aluminium werden aus Bauxiterz gewonnen, dessen Abbau besonders in Regenwaldgebieten zu dramatischen Umweltschäden und Kontaminierung indigener Trinkwasserreserven führt. Was Dominik Wlazny allerdings nicht hindert, werbewirksam am Weltwassertag 2023 für das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser zu posieren… (Bild 12)

 

Er ist zu diesem Zeitpunkt bereits 16 Jahre in das Projekt involviert, vermutet durch den Vater auch indoktriniert, (belegt durch Photostrecken, Likes, ab 2014 auch von seiner Band Turbobier, im gleichen Jahr das vom Vater auf Facebook stolz präsentierte Tattoo des Produktlogos - weißer Kaninchenkopf mit roter Augenbinde -  auf des Sohnes rechtem Oberarm, etc.) Als Sohn ist Dominik Wlazny nicht von vornherein für die Geschäfte des Vaters verantwortlich, wohl aber ab einem gewissen Alter für seine Einstellung zu diesen. Dieses Alter sollte er wenigstens ebenfalls 2014, nach abgeschlossenem Medizinstudium und rund 2jähriger Erfahrung als Turnusarzt, erreicht haben. Stattdessen liked er nicht nur unter Künstler-, sondern auch bürgerlichem Namen zahlreiche Sujets weiter, welche ärztlicher und allgemeiner Ethik, so wie auch seiner behauptet feministischen Einstellung klar widersprechen. Darunter ein mittlerweile aus dem Account verschwundenes Kindergesicht mit herausgestreckter roter Zunge - Werbung für den mit Allurarot kolorierten Trank. Dieser AZO-Farbstoff fördert jedoch gerade bei Kindern und Jugendlichen das ADHS- (Hyperaktivitäts-)Syndrom, zudem ist Kinderwerbung für Sexartikel verboten - nichts desto weniger „gefällt es“ Marco Pogo  und Dominik Wlazny“  (Bild 13)

 

Umso mehr verwundert es, dass der jetzt so Flüchtige ausgerechnet bei solch familiärem Hintergrund - wofür er sogar (de facto auf Steuerzahlers Kosten) seine Funktion als Simmeringer Bezirksrat bemüht - mit viel Tamtam und einem von ihm designten „FCK RDLR“-Tshirt einen „Antrag auf die Verbannung von Biermischgetränken aus dem öffentlichen Raum“ (kurz „Radlerverbot“)  inszeniert, obwohl der väterliche Fakesexdrink in Inhalt, Verpackung und Transport um einiges  umweltschädlicher und ungesünder ist als jeder Radler.(Bild 14) Gepusht wird der Konsum des angeblichen Lustelixiers zusätzlich durch von Musik und Duftkanonen befeuerte orgiastische „Yxaiio-Nights“ in den Nobellocations internationaler Sexszene - der Weitertransport sexuell übertragbarer Krankheiten hierbei nicht ausgeschlossen… (Bild 15)

 

 

„Oh, mein Papa…“

 

Wenn also ‚Familienbande’ über ärztlichem (an das er sich zumindest bei seinen Impfaktionen noch erinnert hat), Umwelt- und anderem Ethos stehen, dann wie erst in der Politik?? Einen Vorgeschmack auf die allfällige Ausrichtung liefert zum einen eine Antwort Dominik Wlaznys auf die Frage nach der Rolle seines Vaters  in seiner Karriere, und zum anderen  die schon mehrfach medial kommentierte Verfasstheit der Partei: „Mein Vater unterstützt mich, seit ich denken kann, in sämtlichen Lebenslagen. Seit 2020 ist er auch Bundesgeschäftsführer der Bierpartei. Ich wüsste nicht, wie weit ich in meiner Karriere gekommen wäre, wenn es ihn nicht gäbe.“  beantwortet der Sohn die Frage von meinbezirk.at („Wir haben Bock, anzupacken“, 11.02.2024) Was den Vater nicht zuletzt als eigentlich treibende Kraft hinter den politischen Ambitionen des Sohnes vermuten lässt. Innere Selbständigkeit und Eigenverantwortung eines 37jährigen sollten - bei aller Elternliebe - etwas anders klingen.  (Bild 16)

 

Die Parteistruktur betreffend, haben Sen- und Junior als Vorstandsmitglieder  in ihr das alleinige Sagen und zeigen eine deutlich enden wollende Neigung zu basisdemokratischer Mitbestimmung innerhalb derselben. Dazu Politikwissenschafter Laurenz Ennser-Jedenastik in profil.at („Familienbetrieb Bierpartei: Fast alle Macht geht von den Wlaznys aus“, 18.01.2024), „…Wenn das alles der Vorstand kontrolliert, ist die Tendenz zur Oligarchie offensichtlich.“ Ob sich mit einer solchen  das dem Gründer so am Herzen liegende politische Interesse der Jungen langfristig wieder aktivieren lässt, ist fraglich. Denn mit „den Jungen zuhören“ und sie „mitreden“ lassen ist bei Wlaznys  wohl kaum ein echtes Mitspracherecht gemeint…

 

Wie empörte sich Dominik Wlazny noch 2020: „Da sitzt ein Minister oder eine Ministerin in der 'ZIB 2', laviert sich durch wie ein Aal, und am Ende bleibt jede konkret gestellte Frage unbeantwortet“. („Marco Pogo: Der Mann hinter der Bierpartei“ Lisa Ulrich-Gödel. News 42/2020). Im beanstandeten ‚Aal’-Verhalten zeigt er sich indes selbst versiert - sich bei ernsten Inhalten festzulegen ist, wie genügend Beispiele zeigen, seine Sache nicht.- siehe (auch nachstehend) das Sommergespräch vom 31.07. 2024 mit Meinrad KNAPP in PULS4  Dennoch predigte er 2022 „…das Fundament einer Demokratie ist der Diskurs, diesen Diskurs muss man suchen und auch führen, wer den Diskurs nicht sucht und das Gespräch vermeidet, disqualifiziert sich als Demokrat …“ Ganz im Sinn dieses Versprechens auch sein Vorwurf gegen den aussichtsreichsten Konkurrenten Alexander Van der Bellen : „Er sucht den Diskurs nicht – nicht mit den Leuten, nicht mir mir, was ich demokratiepolitisch sehr bedenklich finde. Nur durchs Reden wird man Probleme lösen können. Zu glauben, sich in einem Wahlkampf hinter den dicken Türen der Hofburg verschanzen zu können, ist schwach." (Milborn Spezial, Puls24, 14.09.22) Nun ist es Dominik Wlazny selbst, der samt Bierparteizentrale „medienscheu“ geworden ist, sich im Backstagebereich verschanzt und ganz entgegen seinem früheren Plädoyer für den Diskurs denselben zumindest mit Journalist*innen tunlichst meidet.- noch schwächer! („Warum die Bierpartei so medienscheu ist“, Josef Gebhard, Kurier, 15.05.2024).

 

Eine Eigenschaft, die sich Dominik Wlazny wiederholt selbst zugeschrieben hat, ist Humor. Bei etlichen Jungen gilt er zudem (noch) als cool, lässig, freundlich, locker etc. Wie rasch sich diese Qualitäten bei ihm relativieren (oder auf väterliche Anordnung relativiert werden?), zeigte sich, als der Salzburger Jurist Paul Estrela auf die Idee kam, als Spaßprojekt des Spaßprojektes eine „Salzburger Bierpartei“ zu gründen und in Folge zur Kandidatur bei den Landtagswahlen anzumelden. Das mäßig originelle Unterfangen hätte kaum zu einer Verwechslung geführt, wäre jedoch bestens geeignet gewesen, die zu diesem Zeitpunkt bereits in die Monate gekommene Pogo’sche Kabarettnummer über österreichische Skurrilparteien etwas aufzupeppen - die Lacher wären auf Seiten Marco Pogos gewesen. Statt dessen zog dieser wegen der Namenskopie als Dominik Wlazny vor Gericht und plumpste prompt in Estrelas Falle eines als politisch getarnten Kunstprojektes, welches noch vor den Landtagswahlen wieder aufgelöst und von der Parteienliste gestrichen wurde - Dominik Wlazny verlor die Klage. „Homo homini lupus“ - gemäß dem alten lateinischen Sprichwort zeigte sich somit nicht nur ein Mensch sondern auch ein Bier als des anderen Feind…     

 

 

Die hehren Ziele der Bierpartei...

 

Wie schafft es Dominik Wlazny, der ja den Namen seiner ursprümglich als Satire gedachten Partei nicht ändern will,  seinem Erzeugnis den für den Nationalrat empfohlenen seriösen Anstrich zu verpassen? Bezeichnend für einen Mediziner offenbar mit Anleihe aus der Genetik: Seine Partei des Gerstensaftes darf zu („Bin in) einer Reformbewegung“ mutieren. Verbunden damit ist eine bemerkenswerte Änderung ihrer Satzung, insbesondere ihres Zweckes:  Heißt es im Originaltext von  „§ 4  Zweck“ noch: „Die Partei setzt sich auf Basis ihres Parteiprogramms nach demokratischen Grundsätzen für die Erhaltung der Dichtheit der Bevölkerung ein.“ , so  lautet die beschönigte Version nunmehr: „Die Partei strebt auf Basis ihres Parteiprogramms“ (welches?) „eine  offene Gesellschaft an, in der individuelle Freiheit, wirtschaftliche Freiheit und soziale Gerechtigkeit im Einklang stehen. Die Partei fördert Chancengleichheit, Bildung, Umweltschutz und internationale Kooperation, um eine moderne und vielfältige Gesellschaft zu schaffen, die auf Toleranz, Respekt und Fortschritt basiert“  Erstaunlich, wie viele untereinander gegensätzliche Komponenten hier im Parteiangebot gelistet sind. Um bei den Urhebern zu bleiben: Die „wirtschaftliche Freiheit“, einen irreführend beworbenen Fakesexdrink im Aluflascherl (Michael Wlazny) und einen Adventkalender aus 24 Alu-Bierdosen (Dominik Wlazny) zu fabrizieren, „fördert“ also den „Umweltschutz“ und steht „im Einklang mit der sozialen Gerechtigkeit“ für die Bewohner jener Regionen, deren Ressourcen dafür verschleudert werden? Oder versteht man das als eine „Fortschritt“ erzeugende  „internationale Kooperation“?  Interessant auch, wie schnell sich die werbewirksame Forderung nach „Bildung und Umweltschutz“ in eine (allerdings bislang nicht feststellbare) „Förderung“ dieser Qualitäten wandelt. Und „Fortschritt“ nach wessen Maßgabe und wohin? „Dicht“(er) ist hingegen tatsächlich etwas geworden: Dominik Wlaznys Widersprüchlichkeit.

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Für die Bewerbung seines roten Gebräus (offenbar gedacht als ‚Red Bull+’) kann sich Michael Wlazny nicht nur der eigenen Firma und der Bierpartei (z.B. einer ihrer Werbeträgerinnen), sondern auch der Künstleragentur seines Sohnes „POGOS EMPIRE" bedienen, in welcher er ebenfalls als alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer sitzt. Die daraus folgende, bereits 2023 vermerkte logische Erkenntnis: „Wo Dominik Wlazny draufsteht, sitzt auch sein Vater drin, geschäftlich wie politisch.“ Will heißen: Mit Wlaznys würde im Fall des Falles wohl auch dieses von keinerlei Umweltethik beleckte unsaubere Geschäftsmodell des Vaters Einzug in den Nationalrat halten… Per 22.04. 2024 hat die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) an Hand einer Probe allerdings die bis dato 17 Jahre währende Übertretung lebensmittelrechtlicher Vorschriften festgestellt und beim zuständigen Magistratischen Bezirksamt Anzeige erstattet - zur geringen Freude des Erzeugers. Diesem fiel darauf nichts Besseres ein, als den vermuteten Veranlasser der marktamtlichen Produktüberprüfung (ein in Österreich jedem Verbraucher zustehendes Recht) trotz bezahlter Eintrittskarte unter falscher Anschuldigung am Besuch der letzten Kabarettvorstellung des Sohnes zu hindern. Von Unrechtbewusstsein wegen der irreführenden Werbung keine Spur...Wie der Vater, so der Sohn?  (Bild 17)

 

 

Von links nach rechts – Zweck heiligt Mittel

 

Dieser hingegen hat als selbsternannte „moralisch-ethische Richtschnur“ Dominik Wlazny ein auffallendes Anzeichen für seinen Lotverlust gesetzt. Im September 2017 postet er als Marco Pogo auf einen Tweet der Ex-AfDlerin Frauke Petry, in dem diese Gandhi zitiert hatte: „Jeder aus meiner Freundesliste, der/die heute dieser Partei bzw. dieser Frau eine Stimme gab, möge sich nun bitte augenblicklich selbst aus meiner Liste löschen. Ich brauch Platz für Menschen mit intakter Hirnfunktion. Nix für unguad, Pogo“ Mit dieser Ansage und etlichen Portraits im „FCK NZS“-Tshirt scheint seine Gesinnung eindeutig. Knapp 7 Jahre später, nach dem Beschluss, zur NR-Wahl anzutreten,  suchen Vater und Sohn Wlazny die Unterstützung der Gelben Oberösterreichs. In einem Telefonat erklärt deren Vorsitzender, der Peuerbacher Gemeindearzt Martin Gollner, dass die von beiden nicht antretende Partei die andere unterstützen wolle. Tatsächlich zeigt sich auf dem Foto einer diesbezüglichen OTS-Aussendung ein sichtlich gut gelaunter Dominik Wlazny, der Gollner freundschaftlich den Arm um die Schulter legt. Was des Bild nicht zeigt: Martin Gollner wurde als Chef der Gelben bereits 2021 abgesetzt und schaffte mit entsprechender Gegenwehr seine Wiedereinsetzung,  Grund des Zerwürfnisses und zahlreicher Austritte von Gelb-Mitgliedern: „Gollner hat wenig Berührungsängste mit dem politisch weit rechten Umfeld gezeigt, etwa durch einen Besuch bei der ehemaligen AfD-Sprecherin Frauke Petry oder durch mehrere Aufrufe zu Corona-Demos auf Seiten von Verschwörungsanhänger*innen.“ („Den “Großen” auf die Finger schauen-2“, Radio FRO, 27.08.2021, Moderation: Marina Wetzlmaier) Dominik Wlazny, auf dem Foto ohne FCK NZS-Leiberl, scheint es ebenso wenig zu stören wie die „christlich-demokratischen Grundsätze“ im Parteistatut der Gelben, oder beide Ärzte der Fake-Sexdrink von Michael Wlazny. Das sei eben „Geschäft“, meint Gollner obenhin. Passend dazu Nr.5 der Donnerstagansprachen des Bierparteichefs: “Freunderlwirtschaft“ Angesichts des nun ebenfalls stattfindenden Antretens der „Gelben“ könnte die gegenseitige Unterstützung allerdings bald in ebensolche Konkurrenz  umschlagen (Bild 18)

 

 

Narziss ohne Goldmund

 

Auch Spaßantworten verraten einiges über die sie äußernde Persönlichkeit, und eine von Dominik Wlazny  könnte zutreffender kaum sein. Sein offenbar enormes Anerkennungsbedürfnis - vom Vater sichtlich gefördert und weidlich für dessen Zwecke ausgenützt - hat er selbst in einem eher ‚Smalltalk’-Interview (Patrick Meerwald, 8. 11. 2020, heldenderfreizeit.com) auf den Punkt gebracht:  „Marco …wie möchtest du am liebsten angesprochen werden? Doktor? King?“ Der alle gerne kollektiv Duzende darauf: „Das möchte ich mit einem Beispiel beantworten… Letztens hat man mich in einem Beisl in Simmering…mit “Eure Hoheit” begrüßt. Das hat mir sehr gefallen…“ - fröhliche Urständ’ für Molières und Lullys „Le Bourgois gentilhomme“ („Der Bürger als Edelmann“) Im selben Gespräch verrät Marco-Dominik indes noch höhere Ziele, deren Grundmotiv sich im Grimm’schen Märchen „Der Fischer und seine Frau“ findet: Gefragt, was er sich nach Medizin, Musik und Politik als weitere Aktivität vorstellen könnte, antwortet er: Politiker ist der unsympathischste Beruf. Im vierten Bildungsweg werde ich versuchen mein Image ein bisschen aufzupolieren… Irgendetwas Großzügiges, Anerkanntes zu machen, wo die Menschen wieder zu einem aufblicken. Ich würde mal sagen, Pfarrer. In weiterer Folge, irgendwas Spirituelles, vielleicht ein Sektenführer“. Interessanterweise taucht auf einer social media Plattform das Gerücht auf, der Bierparteichef sei ein vom Unternehmer Hans Peter Haselsteiner gesponserter Freimaurer - wohl zu fake, um nicht fake zu sein…(Bild 19)

 

Doch nachhaltige politische Anerkennung erwirbt man sich nur selten auf  Theater- und Konzertbühne und am allerwenigsten als selbsternannter Guru. Soll sie auf solider Grundlage stehen, muss sie durch kontinuierliche, verlässliche und wenigstens teilweise uneigennützige Leistung für die Gesellschaft verdient werden - immer wieder. Was es mit dieser beim Nationalratsanwärter auf sich haben könnte, erhellt aus einer seiner weiteren Aussagen: „Wenn mir der Sinn danach steht und ich einen Weg finde, als Politiker glücklich zu werden, kann es so sein. Wenn mir das am sprichwörtlichen Oasch geht, mache ich etwas anderes. Ich fürchte mich keine Sekunde lang davor, irgendwelche Erwartungshaltungen nicht zu erfüllen. Das habe ich noch nie gemacht.“  („Ich bin kein Messias der Jungen“, Christine Traar, Kleine Zeitung, 16.10.22) Als Entscheidungsträger für andere, von denen ein Teil ihn zudem gar nicht um diese Funktion gebeten hat, die eigene Befindlichkeit derart unverblümt über alles zu stellen, lässt schon einmal an der ethischen Rechtmäßigkeit des Anspruches zweifeln. Und klingt verdächtig nach: Steckt der Karren also zu tief im Dreck, sollen ihn doch bitte die anderen herausziehen…Von Meinungsforscher Christoph Haselmayer erwähnter politischer Welpenschutz mag für ein Weilchen unbedarften Neulingen gewährt werden, kaum aber de facto bekennenden Narzissten…..

 

 

Vertuschen statt touchieren – das Privatleben

 

Gerne hätte Dominik Wlazny eine Mauer zwischen diesem und der Öffentlichkeit – sagt er.  Angesichts  solchen  Anspruches hat er von sich allerdings einiges eher dem Privatbereich Zuzuordnendes recht offenherzig  ins Netz gehängt. Das vermutet seine Eigenwerbung befördern, aber nicht gegen ihn verwendet werden soll. So einfach, wie Österreichs Bundespräsidentschaftskandidat a.D. das gerne hätte, ist die Sache allerdings nicht.

 

 Zunächst ist zwischen Intim- und allgemeinem Privatleben zu unterscheiden. Ersteres ist jedem Menschen ‚sichtgeschützt’ zuzugestehen, sofern er/sie in diesem Bereich allfälligen Partnern oder anderen keinen Schaden (inkl. Zwang) zufügt. Etwas komplexer verhält es sich mit Zweiterm. Zwar besteht auch bei diesem (zumindest in freien, demokratischen Ländern) ein allgemeiner Konsens über das Recht auf ‚uneingesehen’, doch wiederum nur so weit, als durch die Art des eigenen privaten Lebens nicht dasjenige anderer in Mitleidenschaft gezogen wird. Was z. B. leider in vielfältiger Weise allein schon durch unseren Konsum, und das oft weit entfernt von unserem Blickfeld, geschieht. Politiker als potentielle Entscheidungsträger  können das Leben vieler maßgeblich beeinflussen und gelten daher als Personen öffentlichen Interesses. Dass der private Mensch in ihnen mit seinen Ansichten und Handlungsmustern auch auf den öffentlichen einwirkt, steht außer Zweifel, Das bedeutet, dass den potentiell von ihren Entscheidungen Betroffenen ein durchaus legitimes Interesse an Gesinnung, Lebensweise, und persönlichem Umgang von Politiker*innen zusteht,  soweit sich daraus maßgebliche Folgen für ihr politisches Handeln ergeben, bzw. das, was sie politisch vertreten, durch ihr privates Handeln in Frage gestellt wird. Vereinfacht und im Hinblick auf die aktuelle Situation gesagt: Dem Wähler sollte vor einer Wahl bekannt sein, ob ein Kandidat privatim das Gegenteil dessen lebt, womit er für sich Wahlwerbung betreibt.

 

Kriterien, die auch für Dominik Wlazny gelten. Und - es mag ihm gefallen oder nicht - u. a. die Frage aufwerfen, wie sich die Stellung seines Vaters als Bundesparteigeschäftsführer erklärt, obwohl dessen Fake-Sexdrinkgeschäft (Yxaiio ®) diversen Punkten aus dem BIER-Entpolitisierungsforderungen klar widerspricht. Von den Likes, die „Feminist“ Dominik Wlazny (aus Familienräson?) über viele Jahre hinweg (auch noch als promovierter Arzt) unter ‚einschlägige’ Werbemotive gesetzt hat, zu schweigen…(Bild 20)

 

 

Entpolitisierte Politik, entparteilichte Partei...

 

Wiederholt hat sich Dominik Wlazny und auf ihrer Website auch explizit die Bierpartei als „unabhängig“, „unverbraucht“ und „frei von politischem Eigeninteresse“ bezeichnet. Sich als politische Partei zu formieren, als solche zu kandidieren und gewählt werden zu wollen, um den  eigenen Wünschen gemäß zu agieren, soll frei von politischem Eigeninteresse sein?? Man fragt sich unwillkürlich, für wie unbedarft - um es höflich zu formulieren - Parteigründer und -anhang die Wähler halten, die offenbar durch sinnentleerte Sprachspielereien vom fehlenden seriösen Parteiprogramm abgelenkt werden sollen. Man sei eine „Bewegung“, keine Partei, so mehrfach der Gründer derselben..

 

Unter Politik, hergeleitet vom altgriechischen politiká“,  versteht man all jene  Interessen, Intentionen, Vorhaben und Handlungen,  durch welche Ausrichtungen, Ordnungen und Regeln für das Gemeinwesen – im antiken Griechenland vornehmlich in der Stadt (polis) – geschaffen werden sollen. Nahezu jede Gesellschaft setzt sich aus Anteilen (lat. pars = der Teil), mit unterschiedlichen Interessen zusammen, welche in einem demokratischen  System zumindest teilweise in das Gesamtregelwerk einfließen. Nicht wertneutrale Begriffe wie Politik und Partei sind die Verursacher von  Problemen,  sondern viel mehr Fehlverhalten und Missbrauch, allem voran rücksichtsloses Machtstreben und materielle Gier in und außerhalb gesellschaftlicher Systeme. Trotz Krampf-Wortklauberei findet sich im BIER-Projekt ausgerechnet das undemokratischste Element der altgriechischen Politik  1:1 umgesetzt: Das Sagen haben mit Vater und Sohn nur die Männer der Familie. Nicht ganz unpassend hierzu auch das eher distanzierte Verhältnis zu echter Basisdemokratie des Bierparteigründers: Den seinerzeitigen Antrag, Volksbegehren ab 100000 erhaltener Pro-Stimmen verpflichtend einer Volksabstimmung zuzuführen, hat er nicht unterzeichnet.

 

Möglicherweise sucht Dominik Wlazny zu vermitteln, dass er keine Klientelpolitik betreiben wolle. Dem widersprechen jedoch die Ansagen derer, welche zu einer BIER-Kandidatur bereit sind und bei der Vorstellung sehr wohl ihre Eigeninteressen bekundet haben. Zunächst treten auf: Ein Primararzt, der durch seinen Sohn, einen Punkmusiker zu BIER gekommen ist,  von Michael Wlaznys Geschäft keine Ahnung hat, und (vorläufig) der Parteispitze glaubt. Veronika Müllner, eine Juristin, will die Digitalisierung des Handels vorantreiben, was beim digitalaffinen Parteichef sicher nicht schlecht ankommt. Wie viel ressourcen- und kostenintensive Digitalisierung es im Handel wirklich braucht, sei dahingestellt. Fraglich, ob der Juristin die ökologischen Folgen der profitgetriebenen Überdigitalisierung für jene Länder bekannt sind, aus denen die Rohstoffe dafür kommen. In Serbien gehen gerade die Leute auf die Straße, um gegen den geplanten Lithiumabbau in ihrem Land durch den Konzern Rio Tinto zu protestieren. Müllner scheint u. a. als bei EY (Ernst & Young) beschäftigt auf, jenem Beratungsunternehmen, das sich auch in Österreich im Zusammenhang mit dem Wirecard-Skandal einiges an Negativpresse eingehandelt hat. Die Favoritner Bezirksrätin  Eva Loigge mit familiärem Gastronomiehintergrund, Ausbildung in „nachhaltigem Ressourcenmanagement“ (auch bei Aludosen?) und derzeit Studentin - ihr ist das Parlament zu alt, zu männlich und „zu gebildet“(?). Nach Waldhäusl’s verbalem Ausritt gegen Schüler*innen des Laaerbergymnasiums in der Öffentlichkeit blieb sie stumm; Thomas Schuster, Techniker mit landwirtschaftlichen Wurzeln ist stolz darauf, mit den in seiner Firma Beschäftigten „zu reden“ und will (kein Eigeninteresse?) mehr Förderung für KMU’s (als Kriterien unerwähnt bleiben Bedarf und Nachhaltigkeit). Ebenfalls Unternehmer ist Stefan Obkircher - seine nach Familienhof und -schnapsbrennerei in Virgen (Tirol) benannte Binter GmbH in der Seidengasse (Wien.7.) betreibt neben einem kleinen Lokal einen Handel mit Waren aller Art, insb. Lebensmitteln, Edelbränden und Handwerkskunst. Für den Fall von wegen Unvereinbarkeit notwendiger ‚Produktionsumleitung’ seines Liebestrankes ein für Michael Wlazny vielleicht nicht uninteressanter Kontakt.

 

Inzwischen wird der Ton der Bierpartei gegenüber unliebsamen Kommentaren etwas herablassender um nicht zu sagen ‚ruppiger’: Statt einer sachlichen Antwort auf eine Beanstandung ihres Merchandise-Charakters bei gleichzeitigem Fehlen von Inhalten (X, 20.06.24) wird der Kritiker erst einmal als Modemuffel abqualifiziert: „Na gut, wenn du kein leiwandes“ (will heißen von Marco Pogo designten) „Gwand  im Schrank haben magst, bleibt das dir überlassen…“ ehe man von oben herab auf die BIER-Seite verweist: „Umd übrigens, unser Menü findest du hier „bierpartei.eu/menu/“  Nun ließe sich bei einem sinnigerweise „Menü“ genannten Parteiprogramm, analog zu einem solchen mit Vor-, Haupt- und Nachspeise, vielleicht an Problemerfassung, -bearbeitung und -lösung denken - Fehlanzeige! Denn statt durchdachter Re- bzw. Konzepte mit konkretem Inhalt und Effektivität wird zu diesem Zeitpunkt auf der Seite ebenso wie jeden Donnerstag lediglich eine Sammlung eingängiger Schlagzeilen aufgetischt. Mit der laut Parteichef angestrebten Entpolitisierung hat es aber wenigstens teilweise etwas auf sich: Die (durchaus vorhandenen) Eigeninteressen der Partei sind nicht pplitisch, sondern kommerziell, und Klamotten verscherbeln ist wirklich unpolitisch... (Bild 21)

 

Bekanntermaßen werden nebst zahlenden Mitgliedern die allfällig für das Bierpartei-Repertoire nützlichen Ideen an „Stammtischen“ diverser Gastro-Lokale rekrutiert - vermutlich nicht ausschließlich nüchtern. Diese Methode wirft zusätzliche Fragen auf: Wer gilt bei Verwendung solcher Ideen als ihr Urheber, und wer zeichnet bei Umsetzung für allfällige Folgen verantwortlich?

 

Mittlerweile hat Dominik Wlazny nach Wochen des Schweigens am 11.07.2024  wieder zur Pressekonferenz geladen, Wurde das Menü bei dieser Gelegenheit nun serviert? Mitnichten, sondern nur sein „erstes Forderungspaket“, also quasi die erste Bestellung an die Küche. Und diese setzt sich - wenig überraschend - kaum mit der Substanz der aktuell dringlichsten Themen und Probleme auseinander. Wobei - von Wissenschaft und sich häufenden Wetterunbilden glaubhaft genug vermittelt - der menschenverursachte Klimawandel mit seinen global zu beobachtenden Phänomenen  ganz oben auf der Agenda stehen müsste. Anstatt eines soliden ‚Was’ mit Bezug auf Ursachen und Zusammenhänge drehen sich die Inhalte des Ex-Mediziners - wiederholt von bestimmten Floskeln durchsetzt - um ein aufgeblähtes ‚Wie’. Allem voran die „Entpolitisierung der Politik“, ein „Zukunftsministerium“ den  „Ministereignungstest“, durchzuführen von einem kompliziert zusammengebastelten  „Gremium“. und zu bestellende „Menschenräte“.(von wem bestimmt, welcher Gesinnung, und stünden andere Lebewesen auch zur Disposition?)

 

Allein schon Ministereignungstests sind kostengünstig zu ersetzen, und zwar durch eine auch Dominik Wlazny dringend zu empfehlende Maßnahme: Nämlich eine verpflichtende und zu überprüfende Vorab-Wissensaneignung zu den wesentlichen Naturgesetzlichkeiten. wie z.B. Wechselwirkungen zwischen Ökosystemen, die Funktion von Meeresströmungen oder die Reaktion komplexer natürlicher (fraktaler) Systeme auf willkürliche Eingriffe. Vielleicht würden dann einige  Politiker*innen weniger gegen jegliche, wissenschaftlich bereits zigfach begründete Naturschutzmaßnahme anhassen und diese als „Ideologie“ verunglimpfen. Erst recht verzichtbar ist ein Zukunftsministerium, solange aus der Vergangenheit nicht gelernt wird.  Z. B. statt CO2  durch Transformation von Konsum und Landwirtschaft einzusparen - unter die Erde damit! Statt kritische Rohstoffe weitgehend zur Gänze zu recyceln und sie nicht für Unterhaltungsprodukte zu vergeuden, stetig Zerstörung weiterer Lebensräume zu deren Gewinnung etc. 

 

Besser als von „Visionen“ für 2050 zu schwadronieren, wäre es, endlich Wissenschaften wie Kognitions-, Fraktalitäts- und Quantenforschung ins Boot zu holen und mit ihrer Hilfe nach vielleicht bisher nicht erkannten Ursachen menschlicher Gewaltexzesse zu suchen.  Diese flammen ungeachtet all unseres technischen Know how’s seit Jahrtausenden fast unverändert und weltweit zyklisch auf, derzeit vermehrt auch - besonders tragisch - bei jungen Menschen unter 20. Ziel entsprechender Forschung wäre nicht das Entschuldigen von Gewalttaten, sondern ihre tiefenwirksame Verhinderung durch das Aufspüren allfälliger endogener Wirkfaktoren im Organismus. Es macht letztendlich wenig Sinn, einen Selbstmordanschlag ‚auf das Schärfste zu verurteilen’, wenn der Täter dabei ohnehin schon seinen eigenen Tod in Kauf genommen hat. Einen Anstoß zu diesen Überlegungen hat u. a. die deutsche Virologin Karin Mölling, maßgeblich an der Entwicklung der HIV-Kombitherapie beteiligt, mit ihren Untersuchungen des menschlichen Mikrobioms geliefert, dessen Einfluss auf das menschliche Verhalten sie bereits vor Jahren in einem Referat als möglich bezeichnet hat.

 

Als recht eigenartiges Konstrukt erscheinen auch die „Menschenräte“ angeblich laut BIER-Seite für „mehr Beteiligung in diesem Land“. Ab da wird es etwas unklar, denn dem weiteren Text ist nicht eindeutig zu entnehmen, ob diese Räte zusätzlich zu oder anstatt „simplen/r Ja/Nein Abstimmungen“  fungieren sollen. Mit den  „simplen Ja/Neins“ sind Volksabstimmungen gemeint, das den deklarierten Wählerwillen 1:1 wiedergebende Grundinstrument direkter Demokratie, das immerhin jeder/m Wahlberechtigten eine Stimme gibt. Anders die „Menschenräte“ (wie wär’s dann auch mit Tier- und Pflanzenräten?). Zunächst sollen sie ausgelost und dabei „ein repräsentativer Querschnitt“ der Bevölkerung erstellt werden. Dann dürfen die Auserwählten Lösungen für „Fragen von hohem öffentlichen Interesse“  wie Pensionen oder Migration erarbeiten, welche man dann „garantiert in den Gesetzgebungsprozess einbringen“ wolle. Wodurch man vermutlich vielfach längst gewonnene und wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse ignorierte und völlig unnötigerweise wieder bei Null anfinge. Denn das Kernproblem vieler Themen ist meist nicht die Lösung, sondern der politische Widerstand gegen deren Umsetzung – Paradebeispiel: Wirtschaft gegen Ökologie. Zudem wird auch nicht die Umsetzung der Lösungen garantiert, sobdern nur deren „Einbringen“. „Menschenräte“ also als ein ziemliches ‚Ums Eck - Modell’ - oder gar  eine schleichende Entdemokratisierung der Demokratie?

 

 

Wo lassen denken?

 

Nebulos bleiben nach wie vor nicht nur die Kriterien und deren Ersteller, sondern vor allem auch die wiederholt ins Spiel gebrachten, bisher namenlosen „Expert*innen“. Wer sind sie, welchen Hintergrund haben sie, wer bestimmt auf Grund welcher Kriterien, welcher Qualifikationen, welchen Wissensstandes   ihren Status? Sind alle Mitglieder der Bierpartei? Welche Interessen haben sie selbst, wodurch beweist sich ihre Objektivität?  Wie hoch sind ihre Honorare? Warum hat die Öffentlichkeit bis jetzt noch nichts über sie erfahren?  Und können die „Expert*innen“  an Projekten und Problemlösungen mit dem notwendigen Einsatz arbeiten, wenn sie dabei nach wie vor ihrem Hauptberuf nachgehen sollen?

 

Darüber bringt auch das „Sommergespräch“ auf PULS24 am 31.07.2924 keine Klarheit, bei dem der Bierparteigründer für den eingeladenen, jedoch absent gebliebenen Herbert Kickl einspringt. Von Interviewer Meinrad Knapp ohnehin relativ schonend behandelt, scheint sich Dominik Wlazny nicht so ganz wohl in seiner Haut  zu fühlen und benötigt mehrmals einen Schluck Wasser zwischendurch. Ob er sich als Politiker sehe, so Knapp am Beginn des Gespräches: Wlazny /Pogo umschifft eine klare Antwort in gewohnter Manier mit einem „Jein“ Ahnlich bei weiteren Fragen wie Vermögenssteuer, oder Strafmündigkeit von Jugendlichen. Nahezu peinlich wird es beim Thema Klimaschutz. Bissig kommentierte er seinerzeit Nehammers Autotag. Bei Knapp gesteht er, einen ‚Verbrenner’ zu haben, einen Skoda, von dem er hoffe, dass der „noch lange lebt“, und auf die Frage Knapps nach seiner Einstellung zu ‚Tempo 100’ rutscht ihm erst einmal ein „Na Sie stellen Fragen“ heraus, ehe er wieder bejeint. Und ja, gibt er zögerlich zu, manchmal fliege er auch. Etwas deutlicher wird er nur beim Thema Impfpflicht,  von der er explizit abrückt. Ansonsten alles vage wie gehabt, wie danach Medien, Politikwissenschafter und nicht zuletzt der Karikaturist Pammesberger (Kurier)  entsprechend vermerken.

 

Am 13. 08. 2024 schließlich erfolgt in einem Biergarten nahe dem Wiener Donauturm die zweite, nach ORF-Diktion „etwas hölzerne“ Vorstellung. Der Primararzt und Thomas Schuster sind abhanden, 13 weitere hinzugekommen. Von der ersten Riege geblieben sind: Veronika Müllner, Eva Loigge und Stefan Obkircher.  Die außer Dominik Wlazny selbst nunmehr 16 ‚finalen’ Kandidat*innen, laut ihm von einer „9-köpfigen Kommission“ (bestehend aus wem?) ausgewählt,  sind auf ein paar „Stammtische“ verteilt, die „echten“ beruflichen Hintergründe (welche wären denn unecht?) wie folgt: Wirtschaft (Arbeit, Gastro, Handel, Finanzdienstleistung), Soziales und Gesundheit, Kreatives, Lehrberuf (Sprachen, Volksschule), Politik. Kein/e Kandidat*in verfügt über eine einschlägig naturwissenschaftlich-ökologische Qualifikation.

 

Der BIER-Chef wandert von einem Tisch zum andern und serviert jeder/m ihre/seine Stichwortfrage. Gleich einer artigen Schulklasse spulen die Angeredeten wie auf Knopfdruck die offenbar gut einstudiertenn  G’satzerln zu ihrer Motivation brav herunter.  „Frischer Wind ins Parlament, Anpacken, neues Denken, neue Ideen, zukunftsorientiert, aktiv mitgestalten, Reformen, ...“ Die Phrasen zwischen den Kandidat*innen sind weitgehend austauschbar. Klar definierte Themen und deren Was, Wo, Wie, Wann, Warum, Wofür, Wohin werden nicht angesprochen. Nichtsdestoweniger am Ende (falls man zuvor davon nichts gemerkt haben sollte) enthusiastisches Schaumschlagen des BIER-Chefs: „Wir schäumen vor Mut“ (Bild 22)

 

Danach sieht es allerdings nicht aus, als Dominik Wlazny selbigen Abends noch ausgerechnet die (vereinbarte) Einladung zu Armin Wolfs ZIB2-Gespräch ‚schwänzt’ (geplant gemeinsam mit Madeleine Petrovic). Was Wolf ironisch, doch  wohl nicht zu Unrecht vermuten lässt, dass diesem Fragen nach immer noch fehlenden konkreten Inhalten seines Parteiprogramms offenbar lästiger seien als die seine Kandidatenpräsentation besuchende Wespe im Biergarten. Ein Thema scheint überhaupt (auch auf der BIER-Seite) komplett ausgeblendet zu sein:

 

 

Schlusslicht Umwelt

 

Zu denken gibt der Kommentar eines Stammtisch-Teilnehmenden aus Graz: „Alles gut und schön!Aber ich konnte am Stammtisch in Graz feststellen dass es sich tatsächlich um viel Rauch um nichts handelt! Wenn man ein bisschen neben der "linken Normalität" vorbeikratzt, ist man kaum mehr gern gesehen! Richte mein Hauptaugenmerk noch immer in Richtung Tierschutz. Da fehlt mir noch immer ein beachtlicher Anteil....“ .Klingt verdächtig nach Wlazny’scher message control. Können das wirklich die angeblich gewollten „besten Köpfe“  sein, die sich eine solche auf’s Auge drücken lassen?

                                                                                                                                 

Wähler*innen, die ihre Entscheidung nicht als Marco Pogo-Fans, sondern auf Grund wissensbasierter Überlegung treffen, dürften eine solche, noch nicht einmal ‚im Druck befindliche’ politische ‚Speisekarte’ kaum als solche wahrnehmen: Vielmehr als die sprichwörtliche Katze, die man besser nicht im Sack kauft. Zumal Dominik Wlazny vorsorglich auf „laufende Bearbeitungen“, de facto wohl kurzfristige Veränderungen des „Menüs“ verweist. Werfen Opportunismus und ‚Fähnchen nach dem Wind’ ihre Schatten bereits voraus?    

 

Die Komplexität aktueller und vielfach globaler Probleme erfordert in immer  höherem Maß ein vertieftes, verknüpfendes und vor allem ökologisches Allgemeinwissen sowie eine zumindest ansatzweise Kenntnis fundamentaler Naturgesetzlichkeiten.   Die Crux dabei: über genau dieses Wissen scheint Dominik Wlazny ungeachtet eines absolvierten Medizinstudiums nicht zu verfügen. Womit er als Politiker leider in großer Gesellschaft ist. Denn die von ihm wiederholt ins Treffen geführten „Expert*innen“, versteht man unter diesen hochqualifizirte Wissenschaftler, die z.B. eine Vorstellung vom irreversiblen Zusammenbrechen komplexer Ökosysteme ab einem gewissen Destabilisierungspunkt haben, sitzen weder in aktueller Regierung und Opposition, noch weniger ist anzunehmen, dass sich Kapazitäten wie z.B. Gerhard Herndl (Marinökologe), Andrea Fischer (Gletscherforscherin ) oder Reinhard Steurer (Klimapolitologe) zu kleinteiliger Informationsabgabe an Bierparteistammtische begeben - abermals gefragt: wer also sind  Dominik Wlaznys ominöse  Expert*innen?

Haben BIER und BIER-Chef überhaupt echtes Alternativpotential zu bieten? Man braucht kein grünes Parteibuch, um den menschengenerierten Klimawandel mit seinen vielfältigen Wechselwirkungen als die derzeit global intensivste Bedrohung irdischer Lebensräume wahrzunehmen. Am 27. August 2022 erkannte Dominik Wlazny immerhin noch, dass „Es brennt“  und lieferte als (billige) Konsequenz: „Hab mein Gesicht der Kampagne von „FridaysForFuture“ zur Verfügung gestellt, weil ich’s einfach wichtig find.“ (Bild 23)

 

2024 lässt er die Welt auf Bühne und CD „nobel“ (und profitabel)zu Grund“ gehen und kommentiert in „News“ („Darf ich nicht mehr Marco Pogo sein,…“24.01.2024, Lisa Ulrich-Gödel) wie folgt: „Hat Ihnen das fertige Album“ (“Nobel geht die Welt zu Grund“) etwas aufgezeigt, eine Erkenntnis inhaltlicher Natur?“Dass es sehr gut geworden ist. Es ist sehr hart, obwohl die meisten Punkbands im Lauf der Zeit weichere Töne anschlagen. Andererseits sind auch die Zeiten ungemütlicher geworden. Vor zehn Jahren war die Welt gemütlicher. Jetzt blicken wir in eine massive Klimakatastrophe, die auf uns zurollt. In der Bevölkerung ist noch nicht angekommen, was ein stetiger Temperaturanstieg wirklich für uns bedeutet“ (in der Bevölkerung wohl eher als bei Kickl und Konsorten). „Dazu kommen die internationalen Konfliktherde und politischen Umbrüche. Natürlich beschäftigt mich das. „Ist das bildgewaltige Video zu "Nobel geht die Welt zugrund" als Establishment-Kritik zu verstehen?“Nicht unbedingt am Establishment, weil ich bin ja Teil des Problems. Ich bin auch ein Mensch, der in einem der reichsten Länder der Welt wohnt, der mit dem Auto durch die Gegend fährt und in den Urlaub fliegt. Ich will niemandem vorschreiben, wie er seinen Müll trennt oder Ähnliches. Ich glaube, wir müssen uns kollektiv des Problems annehmen. Sein Handeln zu reflektieren ist der Anfang. Dann haben nachfolgende Generationen im besten Fall einen anderen Umgang mit unseren Ressourcen verinnerlicht. Ich sehe es aber nicht als Aufgabe eines Musikers, die Welt zu verbessern.“ Die Bedeutung des stetigen Temperaturanstieges ist wohl auch bei Dominik Wlazny noch nicht ganz angekommen...

 

Zudem unterliegt  er einem massiven Irrtum, wenn er die Zeit vor 10 Jahren in Bezug auf Umwelt und Klimawandel als „gemütlicher“ bezeichnet. Die Problematik wurde bereits vor Jahrzehnten wahrgenommen, aber noch nicht vollumfänglich erfasst, nicht zuletzt ‚dank’ der Vertuschungstaktik der Ölkonzerne. Er selbst dürfte den FFF-Leuten wohl nicht gut genug zugehört haben,  wenn er das eigener Aussage nach erkannte Problem zwar thematisiert, nicht aber daran denkt, sein dieses Problem mit verursachendes Verhalten in irgendeinem Punkt zu ändern, geschweige denn, sich aktiv für eine Änderung einzusetzen. Denn ‚kollektiv reflektieren’ allein dürfte der Umwelt wenig bringen. Mit Satire und ‚anderen den Spiegel vorhalten’ haben derartige Statements ebenfalls nichts zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit Defiziten im logischen Denken - für einen studierten Arzt, pardon, eigentlich ein Armutszeugnis. und de facto eine eklatante Realitätsverweigerung. Denn mittlerweile brennen vielerorts nicht nur metaphorische Hüte, sondern auch - wörtlich und real - die Dessous und der Körper.  (Bild 24)

 

Im selben Interview gibt Dominik Wlazny, der als Bundespräsident sein Alter Ego Marco Pogo „in Pension“ geschickt hätte, ´jedoch einen interessanten Satz von sich: „Wegen dem Pogo kommen Leute zu Konzerten und er erlaubt es mir, ein Album zu schreiben. Darf ich das nicht mehr tun, müsste ich mit der Politik aufhören.“ Über diese vermutet ehrlichen Worte sollte er vor der Nationalratswahl noch einmal gründlich nachdenken. Denn derzeit  ist nach wie vor nicht erkennbar, was - einschließlich der Youtube-Donnerstagreden,  der ‚Pressekonferenz’ am 11.07. des Sommergesprächs vom 31.07.   auf PULS4 (mit Meinrad Knapp) und der Präsentation neuer Kandidat*innen am 13.08. 2024 überhaupt von Dominik Wlazny an selbständig reflektierten politischen Konzepten vorliegt, und für welche Eigenleistung er (bzw. sein Vater) somit ein Nationalratsgehalt beziehen will - frei nach dem von ihm selbst ins Spiel gebrachten ‚Menüpunkt’ des „Entpolitisierungspaketes“: „WosisDeiLeistung.at“ Ins Parlament will er als Kandidat für Wien, weil dort dringend frischer Wind gebraucht wird.“ Von solcher Erfrischung ist angesichts von message control, Oligarchietendenzen Vaterabhängigkeit und Intransparenz bislang kein Lüftchen zu spüren,  Die bisherige Antwort auf alle heiklen Fragen: Schweigen in BIER..